Gerüstet für jeden (Not-)Fall

Die Mastozytose hat Einfluss auf viele Lebensbereiche. So ist bei betroffenen Patienten das Anaphylaxierisiko im Vergleich zur Durchschnittsbevölkerung erhöht. Auch bei der Ernährung müssen advSM-Patienten einiges beachten. Wir helfen Ihnen mit einigen Tipps und Tricks, gut informiert durch den Alltag zu kommen.

Trigger kennen und meiden

Damit eine Mastzelle ihre Mediatoren ausschüttet und so Beschwerden beim Patienten verursacht, sind in der Regel bestimmte Auslöser, die sogenannten Trigger, notwendig. Die beste Symptomprophylaxe ist es also, die Trigger zu kennen und – falls möglich – zu vermeiden.

Da dies bei jedem Patienten vollkommen unterschiedliche Faktoren sein können, ist es oft nicht leicht, „seine“ Trigger zu kennen.

  • Mechanische Reizungen der Haut (Reiben, Kratzen)
  • Physikalische Reize wie Hitze (sehr heißes Duschen) oder Kälte (Sprung ins kalte Wasser), starke Sonneneinstrahlung und körperliche Anstrengung
  • Insektengift, -stiche
  • Infektionen
  • Einige Medikamente (Narkosemittel, …)
  • Alkohol
  • Scharfe Gewürze
  • Bestimmte Nahrungsmittel (v. a. histaminfreisetzende Lebensmittel)
  • Emotionaler Stress

Der Anaphylaxie zuvorkommen

Patienten mit fortgeschrittener Mastozytose zeigen ein erhöhtes Anaphylaxierisiko.2,3 Auch ohne dass ein Mastozytose-Patient bereits einmal eine anaphylaktische – also eine besonders heftig ausgeprägte, allergische – Reaktion auf ein Allergen gezeigt hat, sollte immer ein Allergie-Notfallset mitgeführt werden.3

Dieses Set wird vom Arzt verschrieben und enthält je nach Allergie etwa drei bis vier Medikamente, um im Ernstfall Zeit gewinnen zu können bis ärztliche Hilfe eintrifft.

Ein mitgeführtes Allergieset kann im Notfall Leben retten

Wichtig: Leiten Sie auch Angehörige in der Benutzung des Sets an, es kann sein, dass Sie im Notfall nicht in der Lage sind, selbst zu reagieren und die Medikamente anzuwenden.

Das Richtige essen

Für Menschen mit Mastozytose – unabhängig von der Unterform – kann es wichtig sein, histaminarm zu essen. Lebensmittel, die reich an Histamin sind beziehungsweise dieses freisetzen, können unter Umständen die Symptome der Mastozytose verschlimmern.

Dabei gilt: Es ist komplett individuell, welche Nahrungsmittel bei welchem Patienten Symptome verursachen.

Jeder muss also selbst testen, welche Lebensmittel er verträgt und welche nicht. Generell sollten neben histaminreichen Produkten jedoch auch tyraminhaltige Nahrungsmittel gemieden werden, denn das biogene Amin Tyramin hemmt den Abbau von Histamin.4

Patienten mit Mastozytose müssen Lebensmittel oft besonders unter die Lupe nehmen

  • Der Histamingehalt steigt mit zunehmender Lagerungs- und Aufbewahrungsdauer. Es wird deshalb empfohlen, Lebensmittel möglichst frisch zu verzehren und Speisen nicht wiederholt aufzuwärmen.
  • Histamin ist kälte- und wärmestabil – es wird weder durch Braten, Backen, Kochen oder Tiefkühlen zerstört.
  • Der Genuss von Alkohol hemmt ein bestimmtes Enzym in unserem Körper, die Diaminoxidase, die für den Abbau von Histamin zuständig ist. Deshalb sollte auf Alkohol in Verbindung mit einer Mastozytoseerkrankung verzichtet werden.
  • Selbst gekochte Speisen ohne Zusatzstoffe werden generell am besten vertragen.
  • Bitte achten Sie als Patient auch darauf, Speisen und Getränke nicht zu stark erhitzt zu genießen: Hitze kann zu einer Ausschüttung der Mastzellen führen und Beschwerden verursachen.

Da es bei der histaminarmen Ernährung allerlei zu beachten gibt, haben wir die zu meidenden und gut verträglichen Lebensmittel für Sie zusammengetragen. Ausgedruckt als Erinnerung am Kühlschrank oder als Checkliste beim Einkauf kann sie Ihnen eine Unterstützung im Alltag sein.

  1. Lippert U et al, Hautarzt 2017; 68: 67–75
  2. Rueff F et al, J Allergy Clin Immunol 2009; 124: 1047–1054.
  3. Worm M, Hautarzt 2013; 64: 88–92.
  4. Jarisch R et al, Histaminintoleranz – Histamin und Seekrankheit, Thieme-Verlag, 3. Auflage 2013.
  5. Kamp A, Ernährung & Medizin 2009; 24 (2): 78–81.